Grafik "Friedhof für Heimatlose"
Beschreibung
Dargestellt ist ein Friedhof vor einer angedeuteten Wolke (links) und vor Dünen. Der Friedhof bildet ausschnitthaft Grabkreuze in Reihen ab. An zentraler Stelle ist außerdem ein Gedenkstein zu sehen. Mittig, direkt unterhalb der Darstellung befindet sich eine Art Emblem, bestehend aus im Halbrund angeordneten Ästen bzw. Zweigen mit einer Krone in deren Mitte. Darunter ein mit Bleistift von Hand geschriebenes Gedicht, linke Spalte: "Friedhof für Heimatlose / Sylt / Wir sind ein Volk vom Strom der Zeit / Gespült ans Erdeneiland / Voll Unfall und voll Herzeleid / Bis heim uns holt der Heiland."; rechte Spalte: "Das Vaterhaus ist immer da / Wie wechselnd auch die Loose :/Es ist das Kreuz von Golgatha / Heimat für Heimatlose. / (Kögel)". Unten links: "Kalt Nadelrad." Außerdem rechts: "Hedwig Stoll / 1924". Die Darstellung bezieht sich auf den Friedhof der Heimatlosen in Westerland auf Sylt, der auch als „Heimatstätte für Heimatlose“ bezeichnet und 1854 vom Strandvogt Wulf Hansen Decker (1806-1881) angelegt wurde. Zuvor wurden an den Strand gespülte unbekannte Leichen, bei denes es sich meist um über Bord gegangene und ertunkene Seeleute handelte, einfach sich selbst überlassen. Der Gedenkstein wurde von Elisabeth zu Wied, Königin von Rumanien (1843-1916) gestiftet, nachdem sie 1888 ihren Urlaub in Westerland verbracht hatte. Eingemeißelt wurde die letzte Strophe des Gedichtes "Heimat für Heimatlose" des Berliner evangelischen Theologen Rudolf Kögel (1829-1896).
Bezug zu Orten oder Plätzen
Sylt (Insel)