Skizzenbuch vornehmlich mit Tier- und Pflanzenstudien
Beschreibung
Skizzenbuch, insgesamt 22 Seiten mit Tier- und Pflanzenstudien sowie Genredarstellungen enthaltend. Es handelt sich fast durchgängig um aquarellierte Federzeichnungen über Bleistift. Häufig arrangiert der oder die unbekannte Zeichner*in verschiedene, in keinem erkennbaren Bezug zueinanderstehende Tier- und Pflanzenstudien auf der Seite. Zu den Tierstudien, die oft unterschiedliche Ansichten oder Bewegungen eines Tieres in den Blick nehmen, zählen Studien von Vögeln und Insekten, Fledermäusen, Kröten, Feldhamstern, Katzen, Wald- und Spitzmäusen, Eichhörnchen, Maulwurf, Hase und Reh. Auch die Pflanzenstudien haben für den mitteleuropäischen Raum wenig außergewöhnliche Wiesenblumen, desweiteren Hasel- und Hagebuttenzweige, Himbeer- und Brombeerranken zum Gegenstand. Genreszenen, zumeist Studien von Kindern sowie Ansichten ländlicher Höfe mit entsprechender Staffage runden das Spektrum der Zeichnungen ab. Die Anordnung der Gegenstände auf der Seite legt die Vermutung nahe, dass teilweise auch nach Vorlagen bzw. Musterbüchern gezeichnet worden sein könnte. Eine Datierung in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ergibt sich aus dem Wasserzeichen des Papiers (J WHATMAN / 1856, vgl. III-15954-013). Der (spätere) Vermerk "Schröter" mit Bleistift auf dem vorderen Spiegel scheint auf eine ältere Zuschreibung des Büchleins an den Maler und Illustrator Adolph Schröter (1805-1875) und seine auf die Blumenmalerei spezialisierte Frau Alwine Schroedter, geb. Heuser (1820-1892) hinzudeuten, die sich jedoch nicht verifizieren ließ. Zwar finden sich motivische Verwandtschaften im Werk des Maler-Ehepaars, doch weisen beispielsweise deren Aquarelle für das "Illustrirte Kräuterbuch" (Bremen 1870) sowie die zusammen mit Angelica von Woringen ausgeführten "Studien zur Aquarell-Malerei. Mit besonderer Beziehung auf Blumen, Ornamentik und Initialen. Vorzüglich dem Selbstunterrichte der Damen gewidmet" (Bremen 1872) stilistisch andere Merkmale auf. Von unbekannter Hand gezeichnet. Die Bezeichnung "Schröter?" (Bleistift) auf dem vorderen Spiegel legt eine Zuschreibung wohl an Adolph oder Alwine Schroedter nahe, die sich nicht verifizieren ließ.