Firmenschild "Gottschalk & Co. AG"

Beschreibung

"Gottschalk & Co. AG" steht auf diesem Firmenschild. Bereits 1881 war die Firma von Moritz Gottschalk (1851 - 1943) und Johannes Coenning gegründet worden, die zuvor enge Mitarbeiter in Sigmund Aschrotts (1826 - 1915) Textilproduktion waren. Die neu gegründete Firma war damit Teil der zu dieser Zeit wachsenden Textilindustrie Kassels. In der Kasseler Nordstadt und in Eschenstruth wurden Segeltuche und Zeltstoffe produziert. Aufgrund der Ausdehnung des Unternehmens erfolgte 1905 die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Als Hauptaktionär des jüdischen Betriebes war Gottschalk bis 1938 tätig, dann wurde das Unternehmen durch die Nationalsozialisten arisiert und mit den Textilwerken Baumann & Lederer zusammengefasst. Die Mehrheit dieses neuen Unternehmens hielt die Kasseler Industriellenfamilie Henschel. Gottschalk starb untergetaucht 1943 in Berlin. Das Firmenschild stammt laut Beschriftung auf der Rückseite aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Gottschalks Enkelin Leni Frenzel (1915 – 1987) kehrte nach Kriegsende aus dem Exil nach Kassel zurück und baute die Firma neu auf. Ab 1949 wurde sie wieder unter dem alten Namen betrieben und erweiterte ihr Sortiment u.a. um Markisenstoffe. 1960 erfolgte dann die Umwandlung in eine GmbH, worauf auch die handschriftliche Notiz auf der Rückseite des Firmenschildes verweist. Nach dem Tod Leni Frenzels übernahm ihr Mann Hans Frenzel (1907 - ?) die Geschäfte des Unternehmens, das damit bis 1990 in Familienbesitz blieb.

Material & Technik
Bronze; Guss
Abmessung & Dimension
30,5 cm (H) x 68,0 cm (B)