Verantwortungsvoll produzieren – Natur schützen

Die Einleitung von salzhaltigen Abwässern und die Aufhaldung der festen Rückstände sind seit Jahrzehnten Anlass für Kritik und Kontroversen. Vor allem während der Zeit der deutschen Teilung war die Werra stark belastet und galt als „toter Fluss“. Seitdem sind die Umweltauflagen stetig strenger geworden. K+S produziert heute nach dem neuesten Stand der Technik und setzt dabei auf moderne Verfahren. Ganz ohne Rückstände lässt sich die weltweite Kaliproduktion jedoch nicht betreiben. Am Werk Werra fallen sowohl flüssige als auch feste Rückstände an. Salzhaltige Abwässer werden im Rahmen behördlicher Genehmigungen bis zu definierten Grenzwerten in die Werra eingeleitet. Früher lagen diese Grenzwerte in der Werra um ein Vielfaches höher. Dank einer gezielten Salzlaststeuerung wird der Grenzwert seit über 20 Jahren eingehalten. Durch den vermehrten Einsatz innovativer Verfahren, wie das von K+S bereits in den 1970er Jahren entwickelte und 1974 erstmals eingesetzte ESTA-Verfahren, konnte die Menge an Produktionsabwässern seit der Jahrtausendwende um rund 80 % gesenkt werden. Ein wichtiger Meilenstein war 2018 die Inbetriebnahme der Kainitkristallisations- und Flotationsanlage (KKF) am Standort Hattorf in Philippsthal. Sie reduziert das Abwasseraufkommen um 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr und gewinnt gleichzeitig wertvolle Rohstoffe zurück. Für dieses Projekt investierte K+S 180 Millionen Euro. Feste Rückstände – überwiegend nicht verwertbares Steinsalz – werden an den Standorten Hattorf und Wintershall aufgehaldet. Abdichtungen zum Grundwasser und Haldenrandgräben um die Halde sind wirksame Maßnahmen, um anfallendes Haldenwasser aufzufangen und abzuleiten. Die Aufhaldung wird umfangreich überwacht, z.B. durch Staubmessungen, Grundwasserüberwachung und Bewegungsmessungen. Parallel arbeitet K+S an langfristigen Lösungen wie Haldenabdeckungen oder der untertägigen Einstapelung von Salzabwässern in stillgelegten Bergwerken. Die Abdeckung der Haldenplateaus hat bereits begonnen. Hier entstehen neue Lebensräume. Zudem werden unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft durch Maßnahmen wie Aufforstungen, Anlage von Streuobstwiesen oder Artenschutzprojekte ausgeglichen. Im Werk Werra werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. Daraus entstehen rund 3,1 Millionen Tonnen Produkte (Düngemittel, Pharma- und Industrieprodukte). Dies entspricht rund 56 % der gesamten von K+S produzierten Produktmenge. Künftig werden verstärkt innovative, trockene Aufbereitungsverfahren eingesetzt. Der Standort Wintershall wird in den nächsten Jahren nahezu vollständig auf das ESTA-Verfahren umgestellt, wodurch energie- und abwasserintensive Heißlöse- und Flotationsverfahren entfallen. Das in Wintershall hergestellte Vorprodukt wird anschließend in Unterbreizbach zu Endprodukten veredelt. Dadurch lässt sich die Menge der Prozesswässer mehr als halbieren. Das umfassende Maßnahmenkonzept von K+S beinhaltet zudem den Versatz, also den Transport der festen Fabrikrückstände der Fabrik Wintershall nach unter Tage. Ab 2029 soll der Bedarf an Haldenerweiterungsflächen am Standort Wintershall beendet sein. Gleichzeitig werden CO2-Emissionen durch deutlich niedrigeren Energieeinsatz am Standort Wintershall deutlich reduziert.